Slideshow Image 1 Slideshow Image 2 Slideshow Image 3 Slideshow Image 4 Slideshow Image 5 Slideshow Image 6

Tourismus in Europa trotzt den Krisen

26 Nov 2012 [10:28h]    

Tourismus in Europa trotzt den Krisen

Tourismus in Europa trotzt den Krisen





  • Palma.guide

ITB World Travel Trends Report prognostiziert steigende Zahlen für Reisen aus und nach Europa – Zahl der Reisen von Nordeuropäern weiterhin stabil, Südeuropäer aufgrund der Finanzkrise bei Reisen zurückhaltender

Berlin – Die wirtschaftliche Lage Europas wirkt sich sehr unterschiedlich auf die Tourismus-Industrie des Kontinents aus, insgesamt ist die Entwicklung aber weiterhin erfreulich. Das ist eines der Ergebnisse des ITB World Travel Trends Report, der im Auftrag der ITB Berlin von IPK International erstellt wird. Demnach werden die Europäer auch 2013 noch mehr Reisen ins Ausland unternehmen. Gleichzeitig kann sich Europa auf mehr Ankünfte einstellen.

Im laufenden Jahr erhöhte sich die Anzahl der Auslandsaufenthalte sowie der Ausgaben vor Ort um rund zwei Prozent. Gleichzeitig änderte sich das Reiseverhalten der Europäer – so ging der Badetourismus in diesem Jahr beispielsweise ein Prozent zurück, während Städtereisen um etwa 14 Prozent stiegen. Kurzreisen von ein bis drei Nächten nahmen um zehn Prozent zu, geschäftlich motivierte Auslandsaufenthalte stiegen um acht Prozent.

Portugal, Spanien und Italien profitierten von einem Anstieg von Reisen aus Osteuropa. Italien verzeichnete einen Zuwachs im Incoming, also den Reisen in das eigene Land, um zwei Prozent. Es kamen mehr Besucher aus Russland oder Polen. Diese fingen die leicht fallende Zahl der Reisen aus Deutschland und Großbritannien auf. Ähnlich sieht es in Spanien und Portugal aus, mit einem Anstieg von jeweils drei Prozent im Incoming.

Weitere Erkenntnis des Reports: Europäer zieht es zunehmend in ferne Länder: Langstreckenreisen stiegen um etwa vier Prozent. Profitieren konnten insbesondere Nord- und Südamerika sowie Asien/Pazifik mit einem Plus von zwei bzw. sogar rund acht Prozent. Reisen in Nahziele innerhalb Europas und in den Mittelmeerraum stiegen um zwei Prozent.

Differenziertes Bild beim Reiseverhalten der Europa-Bürger

Die wirtschaftliche Unsicherheit in einigen Ländern Europas wirkt sich auch auf die Reisetätigkeit aus. So fiel die Zahl der Auslandsreisen aus Italien um fünf Prozent, aus Spanien um zwei Prozent. Rosig sieht es hingegen für die Schweiz und Norwegen aus. Sie profitieren von ihrer starken Währung und verzeichnen deshalb einen Anstieg von Auslandsreisen von zehn und sechs Prozent. Deutschland stagnierte dagegen trotz solider Wirtschaft und auch die Briten brachten es bisher nur auf ein Prozent Steigerung bei Auslandsreisen.

Europa bleibt trotz politischer und wirtschaftlicher Turbulenzen ein attraktives Ziel. Spanien, Deutschland und viele zentral- und osteuropäische Länder verzeichnen ein Wachstum von mehr als fünf Prozent an internationalen Besuchen (aus Europa und Übersee). Auch der schwache Euro und der starke Dollar trugen zur Beliebtheit von Europa als Reiseziel bei, beispielsweise bei US-Amerikanern. Auch Japan kehrt zurück auf die touristische Landkarte, denn das Land erholt sich zunehmend von den Katastrophen im Jahr 2011. Eine starke Bedeutung kommt neuen Märkten wie China, Indien und Brasilien zu, in denen die Mittelschicht stark wächst. Im nächsten Jahr wird deshalb ein Wachstum von ein bis drei Prozent an internationalen Besuchen in europäischen Zielen prognostiziert.

Vorsichtig optimistische Aussichten für 2013

Trotz angespannter Wirtschaftslage in Europa sind die Aussichten für das kommende Jahr leicht positiv. Insgesamt prognostiziert der ITB World Travel Trends Report ein moderates Wachstum von etwa zwei Prozent bei den Auslandsreisen der Europäer. Nur ein Drittel der Bewohner des Kontinents gibt an, dass sich die Krise 2013 auf ihr Reiseverhalten auswirken wird. Für Russland wird ein Anstieg von neun Prozent bei den Auslandsreisen prognostiziert, für Großbritannien und Deutschland wird ein Plus von fünf und drei Prozent erwartet. Die Zahl der Europäer, die 2013 mehr reisen möchten, liegt bei 28 Prozent. 21 Prozent gaben an, weniger verreisen zu wollen.

Dr. Martin Buck, Direktor KompetenzCenter Travel and Logistics der Messe Berlin: „Die Ergebnisse des Reports zeigen, wie vielschichtig sich die wirtschaftliche Entwicklungen auf die Tourismus-Prognosen des Kontinents auswirken. Die veränderten Reiseströme führen dazu, dass sich die europäischen Länder auf eine noch vielfältigere Nachfrage einstellen sollten. Gleichzeitig können sie aber überwiegend positiv in das kommende Jahr blicken.“

Auf dem vom Beratungsunternehmen IPK International initiierten und von der ITB Berlin geförderten World Travel Monitor Forum in Pisa präsentieren alljährlich Tourismus-Experten und Wissenschaftler aus aller Welt die aktuellen Statistiken und stellen die neuesten Trends im internationalen Tourismus vor.

Detaillierte Ergebnisse der Studien werden im ITB World Travel Trends Report vorgestellt, der Anfang Dezember unter online veröffentlicht wird. Er basiert auf Einschätzungen von rund 50 Tourismusexperten aus 30 Ländern, einer speziell von IPK durchgeführten Trendanalyse in den wichtigsten Herkunftsmärkten sowie auf Kerndaten des World Travel Monitor®, der als größte kontinuierliche Studie zum globalen Reiseverhalten aus rund 60 Herkunftsländern gilt.

Diese Trendergebnisse zeigen Tendenzen auf, die sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2012 abzeichneten. Die Jahresendergebnisse inklusive aktueller Ausblicke für das Jahr 2013 werden auf dem ITB Berlin Kongress von Rolf Freitag, CEO IPK International, vorgestellt.

Foto: Carstino Delmonte






  • Palma.guide