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Test Schnäppchenportale – Urlaubspiraten, Travelzoo und Co.: Was sie wirklich taugen

07 Jan 2015 [11:58h]    

Test Schnäppchenportale – Urlaubspiraten, Travelzoo und Co.: Was sie wirklich taugen

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Reiseangebote zu Vorzugspreisen hat fast jeder gern: Wer keine Lust auf zeitraubende Internetrecherchen hat, nimmt dazu die Hilfe von Schnäppchenportalen wie Urlaubsguru, Reisehugo, Triptroll oder Urlaubshamster in Anspruch.

Buxtehude/ Düsseldorf – Die Urlaubswelt neu erfinden können diese Portale allerdings nicht. Zu diesem Ergebnis kommen die Redakteure der Zeitschrift „Reise & Preise“, die aktuell neun führende Internet-Schnäppchenverwerter getestet haben.

»Zaubern können sie alle nicht«, so das ernüchternde Fazit von Chefredakteur Oliver Kühn. So fanden die Tester heraus, dass ein Großteil der auf den Portalen beworbenen Urlaubsschnäppchen zu identischen Preisen überall im Netz verfügbar ist. Je günstiger die Angebote, je beliebter die Zielgebiete, desto schneller waren sie vergriffen.

Echte Preisknüller waren meist schon am zweiten Tag ausgebucht, nicht zuletzt deshalb, weil auch Reisebüros über die Reservierungssysteme Zugriff auf die Angebote haben. Unseriös, so das Testmagazin, wird es immer dann, wenn die Portalbetreiber mangels »Lockvogel-Angeboten« die Ab-Preise von Ryanair & Co. mit beliebigen Billigangeboten der Hotelportale kombinieren und daraus »Pseudo-Pauschalreisen« stricken, etwa »4 Tage Mallorca im guten 3-Sterne-Hotel inklusive Flug für nur EUR 107«. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Pauschalreise – der Kunde muss die Bausteine auf den Homepages der Anbieter mühsam zusammensuchen und einzeln buchen. »Wenn keine direkten Links zu den Angeboten gefunden werden, sind die besten Tipps nichts wert«, zeigt sich Oliver Kühn von der Vorgehensweise einiger Portale enttäuscht.

Dennoch treffen die Online-Biligsucher offenbar den Nerv passionierter Schnäppchenjäger der »Generation Facebook«. Die Urlaubspiraten haben mittlerweile ihren Lesern rund 2.800.000 Likes abgerungen, Mitbewerber Urlaubguru hat 1.600.000 Fans.

Die wahren Stärken der Portale liegen nach Ansicht der Tester weniger im Bereich der Pauschalreisen, sondern vielmehr bei den Aktionspreisen der Hotelbranche in europäischen Großstädten und insbesondere in heimischen Gefilden. »Innerhalb Deutschlands lässt sich manch ein Hotel-Deal unter Dach und Fach bringen«, so Kühn. »Bei den Flugangeboten indes haben wir kaum etwas Brauchbares finden können«.

Uneigennützig oder gar neutral agieren die Portale jedoch keineswegs: Während die meisten Portale eine Vermittlungsprovision der Leistungsträger erhalten oder für die Weiterleitung der User entlohnt werden, geht Marktführer Travelzoo ganz andere Wege. Das amerikanische Unternehmen platziert auf seiner Webseite und im Newsletter Angebote von Veranstaltern, Hoteliers und Onlineportalen und lässt sich das von den Anbietern bezahlen. Daher stuften die Tester die Website im Schlussresümee dann auch eher als Präsentations-Plattform für Reiseanbieter denn als Schnäppchen-Portal ein.

Das Urteil des Test kann allerdings nicht in jeder Hinsicht als objektiv durchgehen. Denn nicht nur Travelzoo ist gezielt Interessengesteuert und kann nur als Präsentations-Plattform bewertet werden. Auffällig ist die höchst unprofessionelle Darstellung von Unternehmen der Reisebranche und Produktplatzierung beispielsweise auf exbir.de. Neben flappsigen Stil, Grammatik- und Rechtschreibefehlern werden einzelne Anbieter hochgejubelt, andere pausenlos und unreflektiert abgewertet. Vermeintlich objektive Informationen sollten fitte Leser daher sicherheitshalber stets gezielt selbst nachrecherchieren. Auch die angebotenen Buchungslinks sind teilweise provisionsgesteuert und nicht in jedem Fall der günstigste Weg zum billigen Trip.

Vier der neun von dem Magazin getesteten Portale erhielten dort die Note »gut«, drei schnitten mit »befriedigend« ab, zwei mit »ausreichend«. Ein Portal kam nicht über ein »mangelhaft« hinaus. Nachgelesen werden können die Testergebnisse in der neuen Ausgabe von „Reise & Preise“, die jetzt im Zeitschriftenhandel erschienen ist.

Foto: Carstino Delmonte






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