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Parkpreise an deutschen Flughäfen: Manchmal so teuer wie eine Urlaubsreise

10 Aug 2010 [15:04h]    

Parkpreise an deutschen Flughäfen: Manchmal so teuer wie eine Urlaubsreise

Parkpreise an deutschen Flughäfen: Manchmal so teuer wie eine Urlaubsreise





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Studie: Deutsche Flughäfen zocken beim Parken ab. Bis zu 250 Euro pro Woche. München und Wien teurer als New York

Leipzig – Urlaubszeit ist Parkplatzzeit an Flughäfen. Doch Achtung, es kann teuer werden! Ein Reiseportal verglich in einer Studie die Preise an 17 deutschen und 11 internationalen Flughäfen. Ergebnis: Das einwöchige Parken an Deutschlands Flughäfen kostet teilweise fast so viel wie eine Woche Last-Minute-Urlaub in Tunesien in der Nebensaison. So müssen Spontan-Parker in München bis zu 250 Euro berappen. Die Schwaben kassieren an ihrem neuen Airport in Stuttgart-Filderstadt bis zu 203 Euro. Die Kölner sind ebenfalls nicht gerade kleinlich und wollen bis zu 154 Euro. Im Schnitt zahlen die Deutschen an den 17 größten deutschen Flughäfen 97 Euro für eine Woche Parken – zumindest theoretisch. Denn in der Praxis sind die günstigsten Parkplätze, die diesen Durchschnittspreis ermöglichen, häufig gar nicht oder nur sehr schwer buchbar.

Eigentlich könnte man sich in Deutschland freuen, vergleicht man diese 97 Euro für eine Woche Flughafen-Parken mit den 139 Euro, welche im gleichen Zeitraum durchschnittlich in Wien, Straßburg, Amsterdam, London Heathrow, Zürich, Basel, Paris, New York oder Tokio zu bezahlen sind. Dabei ist jedoch festzustellen: Hauptverantwortlich für diesen hohen internationalen Betrag sind die Österreicher. Sie verlangen mit bis zu 588 Euro für eine Woche Flughafen-Parken das meiste Geld weltweit. Reisende müssen damit mehr als doppelt so viel berappen wie in München, fast vier Mal so viel wie in New York (96 Euro), deutlich mehr als in London Heathrow (156 Euro), in Tokio (128 Euro) oder Zürich (151 Euro).

Zünftig wird es in Deutschland auch, wenn man nur 24 Stunden am Airport parken möchte, vor allem dann, wenn der Flughafenbesucher zufällig auf einem als „Kurzzeitparkplatz“ ausgeschriebenen Stellplatz landet. In Berlin-Tegel werden da gleich 140 Euro fällig, in Düsseldorf 172,50 Euro! Pro Viertelstunde verlangen die vornehmen Düsseldorfer 1,80 Euro – egal wie viele Tage man dort steht. Die Uhr tickt, der Kontostand sinkt deutlich. Besonders schlimm wird es, wenn Wochenendflieger in Düsseldorf auf solchen Plätzen parken – 345 Euro für zwei Tage sind da schnell weg. Für etwas mehr als diesen Betrag (406 Euro) kann in Düsseldorf übrigens auf einem anderen Parkplatz, im Parkhaus 1, sogar 14 Tage geparkt werden. Nicht viel billiger ist die Jecken-Konkurrenzstadt Köln. An ihrem Flughafen, den sich die Domstadt mit der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn teilt, können die Urlauber im Parkhaus 1 bis zu 308 Euro für 14 Tage Parkdauer loswerden. Damit ließen sich gut und gerne etwa 150 Liter Kölsch kaufen. Ein Schelm, wer da Böses den Flughafen-Betreibern unterstellt….

So weist denn auch der Flughafen München eine Abzock-Mentalität weit von sich: „Unsere Ausschilderungen sind so eindeutig, dass ein längeres Parken beispielsweise auf einem als Kurzzeitparkplatz ausgewiesenen Stellplatz fast unmöglich ist“, verteidigt Ingo Anspach, Pressesprecher des Flughafens München. Auch der Sprecher des Flughafens Berlin-Tegel hebt beim Thema Gebühren auf einem Kurzzeitparkplatz abwehrend die Hände. Für die Gebühren sei „ein privates Unternehmen zuständig“.

Doch es lässt sich auch sparen: Am Flughafen Münster/ Osnabrück müssen für 24 Stunden auf dem Kurzzeitparkplatz nur 22 Euro bezahlt werden. In Leipzig zahlt man pro Tag zwischen 10 und 21 Euro für einen normalen Parkplatz. Allerdings wird es in der Sachsen-Metropole windig, versucht man herauszufinden, ob der günstigste Tagestarif auch vorhanden ist. Online- oder am Telefon erfährt man nichts Konkretes. Erst „vor Ort“ können Urlauber in Leipzig feststellen, ob sie tatsächlich günstig am Flughafen parken können. Dieses üble Verhalten wird auch teils in Münster-Osnabrück, Dortmund, Frankfurt a.M. (beim günstigen Holiday-Parken), in Hannover und in Weeze am Niederrhein praktiziert. Mit den Angeboten um 25 Euro kann im Idealfall zudem in Frankfurt-Hahn  geparkt werden. Auch Tagestickets sind dort deutlich billiger als an anderen Flughäfen (ab 2,50 Euro). Doch Achtung: Wer billige Parkplätze anbietet, muss sie nicht unbedingt im Angebot haben. Beispiel: Die barocke Stadt Dresden lag im Test-Ranking der billigsten Flughafen-Parkplätze ursprünglich mit 15 Euro für eine Woche ganz vorne. Wer aber Anfang August einen „Super Low Cost“-Parkplatz für Anfang September buchen wollte, für den hieß es: Erst eine Tarifklasse höher für 47 Euro können Urlauber in Elbflorenz Anfang September eine Woche parken. Das deutlich günstigere Billig-Ticket war längst „vergriffen“.

Tipp des Reiseexperten Jan Valentin: „Wer seinen Geldbeutel schonen möchte, sollte auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder mindestens vier, besser acht Wochen im Voraus seinen Parkplatz am Flughafen buchen.“ Denn gerade in den Sommerferien bieten einige Flughäfen Extra-Spartarife für Urlauber an. Vorausbuchen lohnt sich beispielsweise auch am Franz-Josef-Strauß Flughafen in München: Insgesamt gibt es am Erdinger Moos 5500 Billig-Parkplätze – zu 35 Euro das Stück für eine Woche. Wer in Stuttgart 28 Tage im Voraus bucht, kann seinen PKW sogar für 29 Euro dort für eine Woche abstellen. 1440 Parkplätze stehen dafür zur Auswahl. Auch Düsseldorf hat mit einem „Holiday-Special“ 2200 Günstig-Plätze am Schwarzen Brett – ab 39 Euro pro Woche. Ähnlich sieht es in Nürnberg aus.

Foto: Carstino Delmonte/ Touristikpresse.net






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